Tausende Süßwasser-Seen in der Antarktis entdeckt

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Tief unten im Süden unserer Erdkugel umschlossen und behütet vom norwegischen Dronning Maut Land liegt Neuschwabenland in der Antarktis. In den südlichen Sommern taut das Eis in der Antarktis. Doch es gibt Überraschendes. Neuschwabenland galt bislang als das letzte wirklich große Schutzschild aus Eis, welches kaum vom Klimawandel betroffen war. Doch es spricht einiges dafür, dass die sogenannte Erderwärmung dem Eisschild auch hier zusetzt. Jetzt wurden mehr als 65.000 Süßwasser-Seen entdeckt, die zum Teil Gletscher überziehen und zwar deutlich mehr, als man erwartet hatte. Anzahl und Häufungen sind vergleichbar mit denjenigen, die man von Grönland kennt. Wobei Grönland aber als wärmere Region gilt. Überraschend ist dabei nicht, dass sich in der Antarktis Süßwasser-Seen befinden, im Sommer liegen die Temperaturen immer wieder über null Grad Celsius, überraschend ist die große Anzahl in der sie vorhanden sind.

Sommer -und Inlandsseen

Vorübergehende Sommer-Seen befinden sich während der Südsommer eher im nördlichen Bereich Neuschwabenlands, da wo das Gletschereis vom Festland auf das Meer übergeht und zum Schelfeis wird. Riesige Dauerseen liegen dagegen hunderte Kilometer weiter landeinwärts in bis in 1000 Meter Höhe. Einige Seen erreichen dort Ausdehnungen von bis zu 70 Quadratkilometern. Die Schelfeis-Seen im Norden sind kleiner, manchmal nur so klein wie der Hotelpool vom Esplanade Berlin, die Seen sind nicht von Dauer. Doch das Wasser kann über Land durch Spalten und Risse im Eis hinunter fließen und so als Schmiermittel auf den Gletscherfluss einwirken, oder über dem Meereis in Risse gelangen und so für Abspaltungen und Abbrüche großer Eismassen sorgen.

Auch Neuschwabenland verliert Eis. Bis vor Kurzem hatte man angenommen, dass die Antarktis zu kalt ist und weniger empfindlich als etwa Grönland. Langsam wird klar, dass bestimmte Gebiete um den Südpol Ähnlichkeiten zu Grönland aufweisen, die man zuvor noch nicht für möglich gehalten hätte.

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