Mullas werden IT-Sicherheitsexperten aus Folterhaft entlassen

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Der Iran hat angekündigt, einen Libanesen und US-Greencard-Inhaber aus der Haft zuentlasen. Dieser hat nun fast die Hälfte seiner hohen Haftstrafe verbüßt. Der Vorwurf lautete Spionage für Washington. Nizar Zakka, 52, geboren im Libanon, ist IT-Experte und in den USA aufgewachsen. Im September 2015 reiste Zakka auf Einladung der iranischen Regierung zu einer Konferenz über internet-basiertes Unternehmertum über die Hauptstadt Teheran ein. Er nahm an der Veranstaltung für Experten der Informationstechnologie teil, an der auch Unternehmen wie Cisco und Microsoft vertreten waren. Zakka war Inhaber des Unternehmens IJMA3. IJMA3 mit Sitz in Washington, DC, vermittelte Investoren, die beim Aufbau von Online-Netzwerken im Nahen Osten helfen sollten um den Iran wirtschaftlich, sozial und politisch zu entwickeln.

IT-Experte war im Hungerstreik

Als Zakka am 18. September 2015 über den internationalen Flughafen Imam Khomeini nach Teheran einreiste, wurde er von iranischen Sicherheitsbeamten festgenommen und durfte das Land nicht mehr verlassen. Ein Jahr später wurde er wegen Spionage für die USA zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt. Das Gericht verhängte außerdem eine Geldstrafe von 4,2 Millionen US-Dollar, wegen Zusammenarbeit mit einer Regierung, die dem Iran feindlich gegenüber stand. Die iranischen Staatsmedien sagten, Zakka sei ein treasure trove des amerikanischen Militärgeheimdienstes. Der libanesische IT-Experte bestritt jedoch alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Er gab an, während seines Verhörs gefoltert worden zu sein und habe aus Protest gegen die Bedingungen seiner Haft Hungerstreiks auf sich genommen. Während seiner gesamten Haftzeit forderte die libanesische Regierung den Iran auf, ihren Staatsbürger freizulassen. Die USA haben das Thema auch über den Kongress und das Außenministerium besprochen. Die Möglichkeit Washingtons, auf den Iran Einfluß zu nehmen, waren jedoch begrenzt, da man keine diplomatischen Beziehungen zu Teheran unterhält.

Zakka zum Ende des Ramadan frei

Jetzt teilte das libanesische Außenministerium überraschend mit, es habe vom iranischen Botschafter im Libanon die Nachricht erhalten, dass Zakka bald freigelassen werde. Berichten zufolge haben die Iraner beschlossen, den IT-Experten nach persönlichen Interventionen des libanesischen Premierministers Saad Hariri und des Staatspräsidenten Michel Aoun freizulassen.

 

Bild: Pixabay Lizenz

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