Kinderarzt wegen Blüten-Kauf im Darknet aufgeflogen

LifeStyle

Im Darknet sind Zahlungen mit Bitcoin für illegale Geschäfte äußerst beliebt. Im Jahr 2018 soll der Wert von an Darknet-Märkte übertragene Bitcoins um 70 Prozent gestiegen sein. Doch Bitcoin-Zahlungen sind entgegen landläufiger Meinungen nicht wirklich anonym. Wir haben schon des öfteren darauf hingewiesen. Die Kriminalpolizei hat nun einen syrischen Asylbewerber des Falschgeld-Kaufs mit Hilfe von Bitcoin überführt. Der in Hamburg Quickborn lebende syrische Kinderarzt, der sich in Deutschland als Asylbewerber aufhält, hat im Darknet die Möglichkeit des Falschgeld-Kaufs für sich entdeckt und in Holland mehrere 50-Euro-Blüten bestellt. Bezahlt wurde das per Standard-Briefsendung verschickte Falschgeld mit der beliebten Kryptowährung im Gegenwert von je 20 Euro pro Blüte. Das Hamburger Abendblatt hatte zuerst darüber berichtet.

Vor dem Gesetz (nicht) alle gleich

Die Geldsendung war einem Zollbeamten in Köln aufgefallen, welcher die Echtheit der Scheine überprüfte und das Falschgeld erkannt hatte. Durch die auf der Sendung vermerkte Empfängeradresse konnte die Kriminalpolizei den Mann aufspüren, eine graniose Leistung, wie ich meine, und stellte bei der darauf folgenden Hausdurchsuchung dessen Computer sicher. Vor Gericht hat der Syrer, der aktuell einen Sprachkurs macht, versucht, den Fall richtig einzuordnen. Er habe das Darknet zur sicheren Kommunikation mit Angehörigen in Syrien benutzt und sei dabei auf das Falschgeldangebot gestoßen. Laut seinem Verteidiger habe der Mann nicht gewusst, dass es sich bei dem Blütenkauf in Holland um ein in Deutschland ahndungswürdigen Verbrechenstatbestand handele. Das sah das Gericht dann auch ein und es gab keine Haftstrafe, da man den Fall als minderschwer eingestufte. Es habe sich lediglich um einen Test oder Probelauf gehandelt, der Mann habe zudem alles gleich zugegeben, ist außerdem Kinderarzt und seine Weste ist zumindest Deutschland bisher blütenweiss.

Normal ist das sicher nicht

Verurteilt wurde der Syrer schließlich zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu jeweils acht Euro, mehr verdienen syrische Kinderärzte in Deutschland dank rechtzeitig aufgenommenen Sprachkurs offenbar nicht, die dieser deshalb auch per Ratenzahlung begleichen kann. Bei Falschgeld-Delikten droht dem Normalbürger eine Höchststrafe von bis zu 15 Jahren Gefängnis. Bei Syrischen Falschmünzern mit Kinderheil-Urkunde ist das anders. Die Gerichtskosten trägt der Steuerzahler. Vielen Dank!

 

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Bild: Pixabay Lizenz

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