Spionage

Ene mene mu: Russischer Diplomat muß Schweden verlassen

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Russland hat einen seiner Diplomaten aus Schweden abgezogen, nachdem er von einem Cyber-Experten in einem Nachtclub in Stockholm Geheiminformationen erhalten hatte. Der Computerexperte wurde als Kristian Dmitrievski identifiziert, ein 45-jähriger Schwede, der in Russland geboren wurde. Die schwedische Regierung wirft ihm vor, 2017 und früher bei russischen Geheimdiensten angeheuert zu haben. Er soll sich seit seiner Rekrutierung regelmäßig mit seinen russischen Führungsoffizieren getroffen und ihnen technische Geheiminformationen übermittelt haben.

Berichten zufolge wurde Dmitrievski am Abend des 26. Februar festgenommen, als er einer russischen Kontaktperson in einem Puff der schwedischen Hauptstadt traf. Sowohl Dmitrievski als auch sein mutmaßlicher Kontaktmann wurde von Beamten des schwedischen Sicherheitsdienstes (SÄPO) festgenommen. Die schwedischen Behörden sagten später aus, Dmitrievskis angeblicher Führungsofficier Mitarbeiter der russischen Botschaft in Stockholm wäre und diplomatische Immunität hätte. SÄPO fügte hinzu, der russische Diplomat sei vermutlich ein russischer Geheimdienstler, der unter diplomatischem Schutzmantel arbeitete. Der diplomatische Status des Russen gewährte ihm Immunität, so dass die schwedischen Behörden keine Spionageanklage gegen ihn erheben konnten. Das schwedische Außenministerium reichte jedoch den russischen Botschafter ein, nach welcher der mutmaßliche Geheimdienstler aufgefordert wurde, das Land zu verlassen.

Erstaunlicherweise konnte Moskau keinerlei Angaben zu dem Diplomaten machen. Am 28. März enttarnte die schwedische Tageszeitung Dagens Nyheter den russischen Diplomaten und gab seinen Namen bekannt. Es handelte sich um Jewgeni Umerenko. Noch am gleichen Tag gab die Nachrichtenagentur Associated Press bekannt, sie habe einen Geheimdienstbericht eines europäischen Dienstes gesehen, der Dmitrievskis russischen Führungsoffozier als Jewgeni Umerenko nannte. Associated Press bezeichnete Umerenko als einen Line-X-Offizier. Dabei handelt es sich um eine Klassifizierung aus der Sowjetzeit, die sich auf Agenten bezieht, die auf technologische Spionage spezialisiert waren. Westliche Geheimdienste hatten die Aktivitäten von Umerenko beobachtet, weil er schon zuvor eine ähnliche Rolle in der russischen Botschaft in Berlin inne hatte. Als er dann nach Stockholm versetzt wurde, behielt man ihn einfach im Auge.

In ihrem Bericht schrieb die Associated Press, Moskau habe Umerenko schließlich von seinem Dienst in der schwedischen Botschaft abberufen. Gegenwärtig soll er sich wieder in Russland aufhalten. Die Nachrichtenagentur fügte hinzu, dass sie mit Anna Lundbladh, einer Sprecherin des schwedischen Außenministeriums, gesprochen habe, diese bestätigte, dass Umerenko Schweden verlassen habe, sagte jedoch weiter, dass die schwedische Regierung diese Angelegenheit nicht weiter im Detail besprechen wolle.

 

Bild: Pixabay Lizenz

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