Darknet: Postangestellte veruntreuen mit Briefmarken mehr als 4 Millionen Euro

LifeStyle

Wer sich im Darknet bewegt landet früher oder später auch auf einem der unzähligen illegalen Marktplätze auf denen es nahezu alles zu kaufen gibt, was es sonst nicht gibt. Auch wer günstig Briefmarken braucht, kleinere Mengen als Porto oder größere Buckets als anonymes Zahlungsmittel wird hier schnell fündig.

Es ist, wie es ist, bei der Post verdient man nicht unbedingt gut. So kann es durchaus passieren, dass der ein oder andere noch nebenbei etwas verdienen möchte. Der Kunde bekommt Briefmarken weit unter dem üblichen Verkaufswert. Auch zwei Führungskräfte der japanischen Post hatten sich nun für den illegalen Weg entschieden, dabei gleich am ganz großen Rad gedreht und mehr als vier Millionen Euro veruntreut. Das flog auf.

Japan Post Co., die zur staatlichen Japan Post Holdings Co. gehören, fanden heraus, dass sich ein Mitarbeiter an Briefmarken vergriff. Es handelte sich Exemplare, die er eigentlich schreddern sollte, wer kann dazu schon nein sagen. Er behielt sie und verkaufte sie weiter. Er soll so innerhalb von drei Geschäftsjahren um die 3,3 Millionen Euro verdient haben. Er ist jedoch nicht der Einzige. Ein weiterer Angestellter in einer anderen Stellung verdiente im selben Zeitraum auf die gleiche Art um die 1,1 Millionen Euro. Die verkauften Briefmarken waren für sogenannte Postpaid-Sendungen. Sie werden überwiegend an Unternehmen als Rabatt verkauft, die Massenpost entweder bar oder in Briefmarken bezahlen wollen. Beide wurden entlassen haben. Allerdings meldete die Post den Vorfall nicht. Raus kam es aber doch. Die Ermittlungen zu den Fällen laufen.

Die Deutsche Post zeigt sich an derartigen Lappalien im Darknet kaum interessiert, es scheint als würde sie das Zusatzeinkommen einiger Mitarbeiter stillschweigend hinnehmen um keine größere Aufmerksamkeit zu erregen. Ist auch hier der Ehrliche wieder der Dumme; oder gar nur der Dumme noch ehrlich?

Beitragsbild Pixabay Lizenz: ItNeverEnds, thx!

Fun Fact am Rande: Die japanische Steuerbehörde stellte fest, dass die Post in den drei Geschäftsjahren das Geld für die Briefmarken nicht als Einkommen angab. Der eigentliche Betrug mit den Marken fand also an ganz anderer Stelle statt. Und ups: Die Regierung selbst ist der größte Aktionär von Japan Post Holding, die erst 2007 privatisiert wurde.